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Wohlstandsinsel Münster

Wirtschaftsstudie zeigt Stärken des Münsterlands/Ruhrgebiet schneidet schlecht ab.

Das Ruhrgebiet fällt durch: In einem gestern in Berlin veröffentlichten Vergleich der 100 größten Städte Deutschlands landet der Großteil der Revierstädte auf den hinteren Plätzen. Gut schnitt dagegen das Münsterland ab. Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der „Wirtschaftswoche“ beauftragten Forscher erstellten Ranglisten zum Ist-Zusatnd (Niveau) bei Wirtschaft und Wohlstand sowie zur Dynamik der Stadtentwicklung in den Jahren 2004 bis 2009.

Gründe für das gute Abschneiden der Cityregionen Münster (Stadt Münster und Kreis Coesfeld, Steinfurt und Warendorf) nennt Studienleiter Michael Bahrke: „Münster ist das klassische Oberzentrum einer ansonsten ländlich geprägten Region. Weder in der Stadt noch auf dem Land gibt es eine mit Berlin oder Hamburg vergleichbare Sozialproblematik, die sich negativ auf die Beschäftigungsindikatoren auswirken könnte. Münster als Verwaltungszentrum und bedeutende Universitätsstadt ist eine Wohlstandsinsel in NRW.“ In der Umgebung sorgen laut der Studie über Landwirtschaft hinaus mittelständische Unternehmen der Metallindustrie – zum Beispiel Zulieferer für den Maschinenbau – für Beschäftigung. Die Region habe viele Arbeitsplätze in Landwirtschaft, kleine Unternehmen und Verwaltung. Bahrke: „Sie war dadurch krisenresistenter als Regionen mit exportstarkem Großunternehmen. Deshalb zeigt die Cityregion Münster eine bessere Dynamik als andere Regionen.“ Deutlich besser beispielsweise als das Ruhrgebiet.

Als Hauptursache für die dortigen Probleme sehen die Autoren der Studie nach wie vor den Strukturenwandel durch den Wegfall von Kohle- und Stahlindustrie. „Tragfähige Zukunftsbranchen fehlen der Region in der notwendigen Breite,“ heißt es. Besonders schlecht schneiden bei der Versorgung mit Arbeitsplätzen die Regionen um Dortmund (mit Hamm und Kreis Unna) und Essen (mit Gelsenkirchen und Oberhausen) ab. Nur jeweils etwa 55 Prozent der Einwohner zwischen 15 und 65 Jahren haben einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Im Raum Münster sind es 62,5 Prozent. Laut dem Ranking wird das deutsche Nord-Süd-Gefälle bei der Wirtschaft stärker. In den Top Ten sind neun Städte aus Bayern oder Baden-Würtenberg. Spitzenreiter ist München.

MZ, 11.12.2010

 

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