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Der große Schub kommt 2013

Prognose geht von steigenden Einwohnerzahlen aus/290.000-Einwohner-Marke wird 2015 geknackt.

Wenn heutzutage der Begriff „demografische Entwicklung“ gebraucht wird, ist meist der „Bevölkerungsschwund“ gemeint. Aber die demografische Entwicklung ist keine Einbahnstraße. Die Stadt Münster jedenfalls richtet sich auf steigende Bevölkerungszahlen ein. Nach der neuesten Bevölkerungsprognose soll die Westfalenmetropole, die zu Beginn des Jahres 282.718 Einwohner zählte, im Jahre 2020 insgesamt 290.094 Bürger beherbergen. Die 290.000-Einwohner-Marke, die vor einigen Jahren noch unerreichbar schien, wird freilich nicht erst 2020 überschritten, sondern schon 2015.

Und maßgeblichen Anteil daran hat das Jahr 2013, für das die Prognostiker mit einem Bevölkerungsschub von rund 2.500 Personen rechnen. Die Ursache liegt für „Stadtforscher“ Dr. Thomas Hauff vom städtischen Planungsamt auf der Hand: „Da gibt es einen doppelten Abiturjahrgang.“ Und wenn schon jetzt klar ist, dass die Hochschulen ihrer Kapazitäten ausbauen, so Hauff, dann könne die Stadt auch von steigenden Stundentenzahlen ausgehen.

Die vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung vorgelegte Bevölkerungsprognose sagt übrigens für alle Stadtbezirke steigende Zahlen voraus. Am deutlichsten wachsen danach die Stadtbezirke Münster-West (+ 6,5 Prozent), Münster-Südost (+5,0 Prozent) und Münster-Ost (+3,7 Prozent) – aber auch für den Stadtbezirk Münster-Mitte reicht es noch für ein kleines Plus (+0,5 Prozent). Interessant ist auch ein Blick auf die 45 münsterischen Stadtteile bzw. statistischen Bezirke. Da hat Sprakel mit einem prognostizierten Bevölkerungszuwachs von 28,5 Prozent die Nase ganz weit vorn.  Dieser Stadtteil soll bis 2020 um 843 auf 3.799 Einwohner wachsen – „dank neuer Baugebiete“, wie Hauff erläutert. Eine echte Überraschung ist sicher die Tatsache, dass bei diesem Ranking der Bezirk „Schloss“ mit einem Plus von 18,8 Prozent auf Platz 2 rangiert. Das sei ein relativ kleiner Bezirk, sagt Hauff, in dem schon wenige neue Häuser für große Sprünge sorgen könnten. Als denkbaren Standort für Wohnbebeaung nennt er beispielsweise das Areal an der Hüfferstraße / Ring. Auf zweistellige Zuwachsraten kommen in dieser Prognose außerdem die Bezirke Albachten (+ 17,6 Prozent), Gelmer-Dyckburg (+ 13,6 ), Martini (+ 11,6) und Wolbeck (+ 11,2).

Natürlich gibt es auch Bezirke, denen die Statistiker Einwohnerrückgange prognostizieren. Allen voran der Bereich Bahnhof, dem ein Schwund von 6,4 Prozent prophezeit wird. Und wenn das 22-geschossige Hochaus am Bahnhof gebaut wird? „Dann müssen wir die Zahlen in diesem Bereich wohl ändern.“

WN, 03.01.2011

 

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