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Auf Luidgers Spuren

Archäologen entdecken einen Friedhof, der um das Jahr 800 angelegt wurde.

Die Stadtarchäologen machen im Juni eine sensationelle Entdeckung: Am Alten Fischmarkt – dort, wo in den kommenden zwei Jahren ein neues Wohn- und Geschäftszentrum entstehen soll – legen sie Teile eines Friedhofes frei, der wahrscheinlich aus der Zeit um 800 stammt. Nach Einschätzung der Wissenschaftler handelt es sich „eindeutig“ um christliche Bestattungen. Da Christen damals grundsätzlich neben Kirchen beerdigt wurden, die Archäologen aber weit und breit keine Kirche entdecken, gehen sie davon aus, dass es zum Zeitpunkt der Bestattungen überhaupt noch keine Kirche in Münster gegeben hat. Die Toten wurden damit vermutlich noch vor 793 beerdigt, jenem Jahr, in dem Bischof Luidger ein Kloster in Münster gründete. Vier Skelette legen die Ausgräber frei, sie sind hervorragend erhalten. Wenige Meter entfernt machen sie in den folgenden Monaten noch weitere, Aufsehen erregende Entdeckungen. So legen sie am bisherigen Standort der Deutschen Bank Mauern frei, die aus dem Hochmittelalter stammen – Überreste von Häusern, in denen einst wohlhabende Kaufmänner ein sorgloses Dasein genossen.

WN, 31.12.2010 – Jahresrückblick 2010

 

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