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Baustelle ist jetzt in Archäologen-Hand

Der Alte Fischmarkt ist stadtgeschichtlich hochinteressant. Das ist nun im Zuge der Abrissarbeiten hinter dem Gebäude der Deutschen Bank deutlich geworden. Darum sind Archäologen dort nun auf der Suche nach Zeugnissen vergangener Jahrhunderte. Auch die Bürger sollen darüber demnächst informiert werden.

Bei den Abrissarbeiten am Alten Fischmarkt sind historisch hochinteressante Mauerreste aufgetaucht. Wichtige Erkenntnisse über die frühe Stadtentwicklung von Münster erwartet Stadtarchäologin Dr. Aurelia Dickers von den Grabungen am Alten Fischmarkt. Das etwa 3.000 Quadratmeter große Areal, auf dem Familie Lohmann ein Ensemble aus modernen Giebelhäusern und einem Bürogebäude errichten wird, sei für sie „stadtgeschichtlich hochinteressant“, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Es liege mitten im Zentrum der frühen Stadtentwicklung.

Nachdem am Alten Fischmarkt das erste Haus (Nr. 8) abgetragen worden ist, haben dort Mitte März die Archäologen mit ihrer Arbeit begonnen. Unter der Leitung von Dr. Ulrich Holtfester werden auf dem Gelände sieben Helfer nach Zeugnissen aus vergangenen Jahrhunderten suchen und diese dokumentieren.

Fünf Monate sollen die Grabungen etwa dauern

Bei den Abrissarbeiten ist zunächst eine Fläche freigelegt worden, auf der sich der Hinterhof eines im Zweiten Weltkrieg zerstörten Giebelhauses aus der Zeit um 1500 befunden hat. Die Grabungen, für die etwa fünf Monate veranschlagt sind, konzentrieren sich vor dem Baubeginn auf zwei insgesamt 500 Quadratmeter große Flächen in den ehemaligen Hofarealen, die nicht unterkellert waren. Der Rest werde dann jeweils baubegleitend untersucht, kündigt Dickers an.

Zur Sache

Infoveranstaltung: Rat und Verwaltung der Stadt sowie die Nachbarn im näheren Umfeld seien frühzeitig über das Projekt informiert worden. Nun solle auch die interessierte Öffentlichkeit einen Eindruck davon bekommen, wie das neue Entree der Altstadt aussehen soll. Deshalb gibt es am 21. April um 18 Uhr im Veranstaltungsforum der Münster Arkaden eine Informationsveranstaltung.

 

MZ, 30.03.2010

 

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