english

Neue Details  zum Alten Fischmarkt

Anhörung: Nachdenken über Ziegelfassade
Eigentlich muss die Familie Lohmann überhaupt nicht über ihre neuen Häuser reden. Was die münsterschen Großinvestoren am Alten Fischmarkt bauen, ist nach Recht und Gesetz geprüft und ansonsten ihrer Privatsache. Gestern Abend gingen sie trotzdem zum wiederholten Mal  mit ihren Plänen an die Öffentlichkeit. „Wir wollen die Bürger mitnehmen und nicht vor vollendete Tatsachen stellen“, begründete Architekt Jörg Preckel die freiwillige Bürgeranhörung, die rund 80 Zuhörer in den Tagungssaal der Architekten lockte. Die standen zum Schluss dem 40 Millionen Euro teuren Projekt ähnlich gegenüber wie die Politiker in den städtischen Ausschüssen: vorsichtig positiv.

Das Reden übernahm hier wie dort Preckel, dessen Begeisterung für den neuen Alten Fischmarkt nicht nachlässt. Alles sei höchst „spektakulär“: von der Idee, das Dach des großen Eckgebäudes zum Drubbel hin abfallen lassen, um „nicht vor eine Brandmauer zu gucken“, bis zur transparenten Gestaltung der beiden zentralen Treppenhäuser, die frei schwebend zwischen den fünf neuen Giebelhäusern hängen.
Mit der Höhe der Gebäude, die man auf Wunsch der Politik reduziert hatte, könne er inzwischen leben, beteuerte Preckel. Fast ein halbes Jahr nach Bekanntwerden verriet er gestern weitere Details des Projekts. So werden sich an dem ovalen Platz, der im Innenhof des Quartiers entsteht, zwei bis vier Restaurants „des gehobenen Niveaus“ ansiedeln. Die Anlieferung der Geschäfte soll über eine unterirdische Passage laufen.

Derzeit machen sich Investoren und Architekt Gedanken über die Fassaden. Klar ist, dass die Giebelhäuser um Alten Fischmarkt mit Ziegeln in unterschiedlichen Farben verblendet werden – von ockerfarben bis dunkelrot. Inzwischen, so Preckel, tendiere man dazu, auch das acht Etagen hohe Eckgebäude, das an die Stelle der alten Deutschen Bank tritt, zu verziegeln, statt es mit hellem Naturstein zu verkleiden.

Über mögliche Mieter ließen sich Preckel und Investoren-Vertreterin Patrizia Lohmann kein Wort entlocken – nur, dass „heiße Verhandlungen“ liefen und es für Läden, Büros und Wohnungen mehr als genug Interessenten gäbe. In die Erdgeschosse sollten „weder Lebensmittelketten noch Beate Uhse“ einziehen, sonder hochwertiger Einzelhandel, versicherte Preckel. Und betonte, dass es am Alten Fischmarkt nicht nur um das Maximieren von Profit gehe: „dass wir und den Luxus leisten, 500 Quadratmeter öffentliche Freifläche zu schaffen, geschieht aus Liebe zur Stadt Münster.“

 

MZ, 22.04.2010

 

[zurück]

Impressum Datenschutz