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Der große MuKK

Das Kinderkaufhaus zieht um und wird zu einem der größten Händler

Es ist der Aufbruch in neue Dimensionen. Das Kinderkaufhaus MuKK zieht im nächsten Jahr an den Alten Fischmarkt. Dort will Inhaber Jürgen Budke zwei Millionen Euro investieren. Münsters Kinderkaufhaus soll zu einem der größten Spielzeuggeschäfte in Deutschland werden.
In seinem Schaufenster konnte MuKK-Inhaber Jürgen Budke bislang nicht viel zeigen. Von außen ist das 1.200 Quadratmeter große Geschäft an der Vossgasse leicht zu übersehen. Der Eingang ist unscheinbar. Das soll sich bald ändern. Die Schaufensterfassade des neuen Hauses am Alten Fischmarkt werde 95 Meter lang sein, sagt Budke. Viele Geschäfte mit 95 Meter langen Schaufenstern gibt es in der Innenstadt nicht. Und Spielzeugläden in der geplanten Größe sucht man auch in Deutschland lange. In großen Städten wie Köln noch in Düsseldorf etwa sei kein einziger Fachhändler mehr übrig, sagt Budke. Das neue Kinderkaufhaus am Alten Fischmarkt 12 wird mit 3.000 Quadratmetern zu den fünf größten deutschen Spielzeugläden gehören. Jürgen Budke hat große Pläne. Noch beschäftigt er 25 feste Mitarbeiter und etwa 55 Teilzeitkräfte. Nach dem Umzug sollen es zusammen 110 sein. Er plant eine Kindergruppe, in der Pädagogen den Nachwuchs betreuen, während die Eltern einkaufen. Mit dem Coppenrath-Verlag hat Budke sich ebenfalls schon geeinigt. Der will einen so genannnten „Flagship-Store“ einrichten, eine Art Vorzeigegeschäft. Das ist nur der Teil der Pläne, den Budke schon verrät. Es gebe noch weitere, sagt er. Aber noch sind nicht alle Ideen ausgereift. Das Projekt befindet sich in der Anfangsphase. Im März beginnen auf der  Baustelle am Alten Fischmarkt die Arbeiten. Im Oktober 2012 soll das Gebäude fertig sein, sagt Investorin Isabella Lohmann. 60 Prozent der 10.000 Quadratmeter Fläche seien vermietet. Im April soll auch der Rest vergeben sein. Wichtiges Kriterium für die Mieter sind: Qualität und Exklusivität. Ketten sollen nur im Notfall zum Zuge kommen. Jürgen Budkes Geschäft wird das größte am Alten Fischmarkt sein. Für ihn ist es seit der Gründung seines Unternehmens vor 18 Jahren der dritte Umzug in Münster. In seiner Zeit werde es aber wohl der letzte sein, sagt er. Man habe sehr langfristige Mietverträge abgeschlossen.
Mit dem Umzug stemmt Budke sich gegen das Geschäft im Internet, das immer wichtiger wird. Auch er will einen Online-Handel einrichten. Aber ersetzen könne der Verkauf im Netz das Fachgeschäft nicht, sagt er. Das Gefühl, die Emotionen, die Begeisterung – das alles lasse sich schwer im Internet transportieren. Der Satz, mit dem Eltern ihre Kinder vor dem Einkauf ködern – Wenn du lieb bist, gehen wir später noch zu MuKK – ziehe seinen Reiz eben vor allem aus dem Erlebnis. „Wir möchten auch ein Event-Ort sein“, sagt Budtke. Für ihn selbst hat auch der Umzug etwas Emotionales. „Ich erfülle mir damit einen großen Traum“, sagt er.

 

 MZ, 22.02.2011

 

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