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Der Abbau nach dem Aufbau

Die Betonhülle des neuen Alten Fischmarkts ist fast fertig – jetzt verschwinden nach und nach die Baukräne

Münster. Bergfest am Alten Fischmarkt: Das neue Büro- und Geschäftsviertel am Rand der Altstadt ist auf seine endgültige Größe angewachsen. Erstes sichtbares Zeichen dafür, dass der Rohbau so gut wie fertig ist, war gestern die Demontage eines der drei großen Baukräne.

Den ganzen Tag lang zerlegten Spezialisten den 42 Meter hohen Kran Nummer zwei, schraubten in schwindelerregender Höhe die tonnenschweren Einzelteile des rot-weißen Riesen auseinander. Seit vorigem November hatte er mit seinen beiden Artgenossen dafür gesorgt, dass der Gebäudekomplex zügig in die Höhe schoss – vom Winter nur um gut zwei Wochen abgebremst. Vor allem hievte das stählerne Trio die Unmengen von Eisen, Stahl und Beton nach oben, aus denen der neue Alte Fischmarkt entstand. „Allein für den Hochbau haben wir etwa 13.000 Kubikmeter Beton verbraucht“, sagt Bauleiter Stefan Peine. Denn sowohl in den neuen Giebelhäusern als auch im markant angeschrägten Eckhaus Richtung Voßgasse bestehen die Wände nicht aus Fertigteilen: Alle wurden an Ort und Stelle frisch gegossen.

Mit halber Mannschaft

Inzwischen fehlen nur noch an den Dachspitzen ein paar kleine Ecken. Peine hat seine zuvor rund 50 Mann starke Mannschaft schon um die Hälfte reduziert, Ende Juli räumt er sein Büro und übergibt die Bauleitung wieder ans Architekten-Team um Jörg Preckel. Um das restliche Material zu transportieren, reichen nun zwei Kräne aus. Der größte von ihnen hob gestern Morgen zunächst den gut drei Tonnen schweren Ausleger seines Nachbarn auf die Betondecke im sechsten Stock, legte dann nach und nach die restlichen Einzelteile daneben.

Zuletzt zog er am Nachmittag die Basis des tragenden Stahlgerüsts aus einem der drei Aufzugsschächte, in denen die Kräne aufgebaut sind. So spare man bei den beengten Verhältnissen am Alten Fischmarkt wertvollen Platz, erklärte Peine. Die Teile wurden schließlich am Abend auf vier Sattelschlepper verladen, die heute nach Düsseldorf rollen: Dort ist Kran Nummer zwei bereits in den nächsten Tagen auf einer anderen Baustelle wieder im Einsatz.

Vollsperrung im August

Die restlichen Kräne verschwinden in den kommenden Wochen. Zuletzt, am 5. August, der 50-Meter-Koloss mit der Nummer eins. Um ihn zu demontieren, muss – wie bei seinem Aufbau im November – außerhalb der Baustelle auf der Straße ein mobiler Kran aufgestellt werden. In der Folge dürfte die Voßgasse zwischen den Kreuzungen mit der Neubrücken- und der Hörsterstraße erneut für einen ganzen Tag voll gesperrt sein. Weshalb sich die Bauexperten dafür mit Bedacht einen Sonntag ausgedacht haben.

Münstersche Zeitung, 17.07.2012

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