english

Eine Bereicherung für Münster

Das neue Quartier am Alten Fischmarkt ist nicht einfach ein weiterer Neubau im Herzen der Stadt: Es setzt einen spektakulären architektonischen Akzent an einer historisch sensiblen Stelle – im Schatten von St. Lamberti, nur einen Steinwurf von den Giebeln des Prinzipalmarktes entfernt. Mit seinen hochwertigen Geschäften, Büros und Wohnungen belebt es zudem eine Ecke, deren Entwicklung jahrelang von einem Gebäude ausgebremst wurde, dessen Zeit längst abgelaufen war. Der Umzug der Deutschen Bank machte schließlich den Weg für dieses beispielhafte Neubauprojekt in der Altstadt frei.

Von Martin Kalitschke

 

Beispielhaft nicht zuletzt deshalb, da hier nicht irgendein Investor versucht hat, eine Grundstücksfläche unter Vernachlässigung ästhetischer und städtebaulicher Aspekte maximal auszunutzen. Die münsterische Kaufmannsfamilie Lohmann hat stattdessen auf eine architektonisch beeindruckende Lösung gesetzt, die eine Brücke zwischen der Geschichte des Standortes und der Moderne schlägt. Und sie hat sich für einen wunderbaren Innenhof entschieden, der allen Münsteranern offensteht. Viele andere Investoren hätten auf eine solche Lösung verzichtet und stattdessen auf mehr Verkaufsfläche gesetzt. Gut, dass es in Münster Familien wie die Lohmanns gibt, denen auch das Wohl der Stadt am Herzen liegt.

Die Politik hat am Ende mitgezogen – allerdings erst, nachdem sie den spektakulären Eckturm um etliche Meter gestutzt und die Dachhöhe mehrerer Giebelbauten reduziert hatte. Warum eigentlich? Um den Investoren zu zeigen, wer am Ende in dieser Stadt am längeren Hebel sitzt? Dieser Verdacht drängt sich bei manchen Politikern auf.

Doch das ist nun Geschichte. Das neue Quartier, eine große Bereicherung für Münster, ist endlich fertig: Das allein ist Anlass genug, sich zu freuen.

Westfälische Nachrichten, 08.09.2013

 

Impressum Datenschutz